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Segelflugparadies Bitterwasser - Namibia(aus Sicht von Christa und Wolfgang Joschko)
Die Farm Bitterwasser setzt dann dem Ganzen noch die Krone auf.
Darüber hinaus gibt es mehrere Lineboys (Einheimische aus dem benachbarten Hochanas, die hier einen Job haben), die dafür sorgen, dass das Auto, der Kuller und so weiter nach dem Start wieder zurück gebracht werden. Nach der Landung kommen die Lineboys mit dem Auto zum Flugzeug und man kann sehr bequem zurück kehren. Wir (Christa und Wolfgang) waren dieses Jahr zum vierten mal in Bitterwasser. Wir wussten also was uns tolles erwartet. Die DG500M war gechartert und ein Bungalow gemietet. Da Air Namibia bei einem Flug von Frankfurt nach Windhoek einen Anschlussflug kostenlos dazu gibt, flogen wir also zuerst einmal von Windhoek nach Kapstadt. Dort haben wir uns fünf Tage die Kapregion angesehen.
Auf dem Rückflug von Kapstadt nach Windhoek, morgens um Uhr 9:30 das gleiche Bild, entstehende Cumulis.
Dabei konnten wir die wunderschöne Kalahari mit ihren rot leuchtenden Sanddünen und dem Strauchbewuchs genießen. In Bitterwasser angekommen erfuhren wir dass auch heute wieder viele 1.000 OLC km Flüge gemacht wurden. An unserem ersten Flugtag übernahmen wir morgens die DG500M und Wolfgang machte seinen obligatorischen Überprüfungsflug. Um Uhr 14:30 waren all diese Formalitäten erledigt und wir konnten unseren ersten gemeinsamen Flug antreten. Wir starteten im Eigenstart aus der Pfanne und fuhren in ca. 500m den Motor ein, verlagerten etwas und der erste Bart ging mit über 4 m/s. Was für eine Begrüßung!
Der erste Tag brachte uns an diesem Nachmittag noch einen Flug von 510 km. So hatten wir uns das gewünscht und vorgestellt. Bitterwasser, das Segelfliegerparadies. Der zweite Tag brachte noch besseres Wetter. Die Vorhersagen waren gut und die Langohren hatten alle weit über 1.000 km ausgeschrieben. Einige sogar 1.250 km. Wir ließen uns von den Cracks anstecken und starteten ganz gegen unsere Gewohnheit schon sehr früh, so gegen Uhr 11:00. Die ersten Stunden empfanden wir als schwierig. Die schönsten Wolken zogen nicht, jedenfalls nicht da wo wir flogen, und so fanden wir uns öfters in 1.200 bis 1.5000 über Grund. Wir lieben diese niedrigen Höhen nicht, da es dort warm ist und man dann nach Landemöglichkeiten Ausschau halten muss. Den Cracks war das egal. Aussage von Dieter Frank: " Wenn ich unter eine Wolke fliege und die zieht nicht, bin ich persönlich beleidigt und fliege weiter. Damit bestrafe ich diese Wolke." Naja, wenn man ASH25 fliegt dann kann man ja des öfteren mal beleidigt sein, aber wir??? Gegen Nachmittag wurde der Tag dann grandios. Besonders die letzten Stunden waren traumhaft. Die untergehende Sonne, leichte Regenschauer im Gegenlicht und das rote Leuchten der Kalahari, man kann danach süchtig werden.
Der dritte Tag war eigentlich, vom Wetter her betrachtet, der beste Tag. Leider hatte sich Wolfgang am Morgen verhoben und sein Rücken tat sehr weh. Nach drei Stunden wurde deshalb der Flug abgebrochen und der Rücken kuriert. Der vierte Tag war gekennzeichnet durch Gewittertätigkeit. Wir konnten unseren Flug am Abend nur durch Motoreinsatz beenden. Sehr beeindruckend und Respekt einflössend sind die Gewitter hier. Wir hatten immer zwei Optionen zum Außenlanden konnten dann aber doch via Hoachanas den Platz erreichen. Die Meldung vom Boden: "Der Wind hat gerade auf 35 Knoten aufgefrischt" hat uns nicht sonderlich gestört. Hat man doch in Bitterwasser immer eine Landerichtung genau gegen den Wind und eine "endlos" lange Landebahn. Auf eine Ziellandung kommt es in solch einer Situation auch nicht an. Also, viel Fahrt und rein in die Pfanne. An diesem Tag ist Matthias Schunck mit seiner LS8t nicht mehr zum Platz zurück gekommen und in der Kentami Pfanne (ca. 20 km vor dem Platz), die wir auch schon als Landefeld in Betracht gezogen hatten, gelandet. Für einen weiteren Piloten mussten wir die Autos mit Scheinwerfern in die Pfanne stellen, da es bei seiner Landung schon dunkel war. Wieder ein Beweis für unsere Taktik, immer eine Stunde vor "Last Landing" am Platz zu sein und dann dort die Höhe abzufliegen. So hat man immer noch genügend Zeit, falls etwas dazwischen kommt, zu reagieren. Die nächsten vier Tage waren durch andere Aktivitäten als Fliegen gekennzeichnet. Es gab ein Gewitter, das man in dieser Form wohl nur in den Tropen und in Afrika erleben kann. Innerhalb einer Stunde regnete es so stark, dass die Pfanne fast 10 cm hoch mit Wasser gefüllt war. Die Bilder nach dem Regen zeigen es. In diesen Tagen in denen wir nicht fliegen konnten (oder wollten) hatten wir nun die Gelegenheit die Arbeit von Angelika Gleich zu bewundern. Angelika, die Ehefrau eines Bitterwasser Aktionärs, ist in Deutschland in der kirchlichen Jugendarbeit aktiv und hat sich total der Sozialarbeit für die Kinder im benachbarten Dorf Hoachans verschrieben. Was sie dort leistet ist kaum zu beschreiben. Es gibt eine Website, http://hoachanas.dngev.de/ auf der einiges nachgelesen werden kann. Der von Ihr gegründete Hoachanas Children Fund unterstütz Kinder und Jugendliche in diesem Ort. Wir waren mit Angelika dort. Es war für uns ein unbeschreiblicher Eindruck. Allein die Besuche in Hoachans wären einen eigenen Bericht wert. Besonders beeindruckend, dass alle versuchen sich ordentlich zu kleiden und um die Häuser herum kein Müll liegt. Man ist arm, aber nicht dreckig. Die Spender und Paten wissen und können sicher sein, dass jeder Cent, den sie spenden, bei den Kindern ankommt. Angelika trägt alle Ihre Aufwendungen selbst.
Fliegerisch war der diesjährige Aufenthalt nicht so ergiebig wie in den Vorjahren. 35,5 Stunden an sieben von zwölf möglichen Flugtagen sind nicht rekordverdächtig, allerdings hätte man durchaus mehr fliegen können wenn man unbedingt gewollt hätte. Für uns war es jedoch wieder ein großartiger Urlaub. Wir sind verliebt in Namibia und Bitterwasser. Wir kommen wieder!
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