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Sommerfluglager

17. Juli 2018 geschrieben von  

„Die Entwicklung der Kids ist beeindruckend: Nicht nur beim Fliegen, sondern auch als Team und in der Küche“ sagte Till Kirberg im zweiwöchigen Fluglager des Luftsportclub Bad Homburg (LSC) auf dem Segelflugplatz am Erlenbach.

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Dieses Sommerfluglager findet traditionell immer in den ersten zwei Ferienwochen statt – organisiert wurde es von Michael Wentz, Kirberg und Norman Lickfett. Dabei wird alles selbst gemacht und der Betrieb der Küche gehört natürlich auch dazu; beim LSC gibt es keine einzige bezahlte Kraft. Das gilt auch für die Fluglehrer, von denen sich Peter Frisch, Werner Rösch, Karlheinz Müller, Uwe Hannes und Luc de Causmaecker besonders einsetzten. „So ein Fluglager gibt den jungen Flugschülern die Gelegenheit zu konzentriertem Fliegen. Viel intensiver als sonst, wo sie nur an den Wochenden in die Luft kommen. So ist der Lernfortschritt hoch“ sagte Frisch. Bei bestem Sommerwetter – es gab nur einen einzigen Ausfalltag durch Regen – flogen knapp 40 Teilnehmer mit, wobei sich eine bunte Mischung von Segelflugschülern, erfahrenen Streckenfliegern und Motorpiloten, Alt und Jung traf. Auch externe, also Nichtvereinsmitglieder durften teilnehmen, so vom Aeroclub Bad Nauheim und die brachten auch eigene Flugzeuge mit. Geflogen wurde beginnend mit dem Startaufbau ab 10 Uhr bis in den späten Abend hinein – bis zu 70 Starts pro Tag kamen da zusammen.

Aber nicht nur das Fliegen, auch das Soziale spielt bei den Fluglagern des LSC immer eine große Rolle: Nicht nur beim Startbetrieb mit der umweltfreundlichen Seilwinde müssen eine Menge Leute helfen, damit einer in die Luft kommt: Windenfahrer, Startleiter, Lepo-Fahrer (um die Seile zurück zu holen), Luftaufsicht und Schiebemannschaft. Auch alles andere wurde in Eigenregie erledigt. So war ein Kantinendienst eingeteilt und jeder half beim morgendlichen Ausräumen der Hallen mit. Viele Jugendlichen übernachteten auf dem Flugplatz im Zelt – auch das ist eine alte Tradition, so wie auch das abendliche Lagerfeuer.

Bereits mit 14 Jahren darf man mit Segelfliegen beginnen und ab 16 Jahren den amtlichen Luftfahrerschein machen, zwei Jahre bevor man mit dem Auto auf die Straße kann. Ihre ersten Alleinflüge erlebten Finn Schlimm, Daniel Koch und Ben Braulke. Eine sportliche Prüfung ist der Fünfstundenflug, den Jonathan und Jeremiah Lauer, sowie Joshua Weber schafften. Und nach längerer Flugpause erneuerten Kai Kursawe, Till Kirberg und Karledzard Beuß ihren Luftfahrerschein. Anders, als beim Auto muß nämlich jeder Pilot jährlich eine bestimmte Anzahl Starts und Flugstunden nachweisen. Wer die unterschreitet, fliegt zunächst wieder unter Aufsicht eines Fluglehrers. Und ebenfalls anders, als im Straßenverkehr müssen sich Piloten auch regelmäßig beim Fliegerarzt ihre Tauglichkeit bestätigen lassen – dann darf man ohne Altersbegrenzung fliegen.

Das Besondere bei Beuß war, daß er als 78-Jähriger selber 45 Jahre lang Fluglehrer war und bereits 1957 seinen ersten Start auf dem Fluggelände machte! Nach zwei Jahren Pause reihte er sich also jetzt auf dem Schulflugzeug wieder bei den 14-Jährigen ein! Und wurde dabei von einer Startwinde in die Luft gezogen, die er vor 30 Jahren selber gebaut hatte. Segelflieger verwenden für die Schulstarts meistens eine Seilwinde, das Verfahren ist ganz ähnlich dem Start eines Kinderdrachens. Nur dass dabei natürlich nicht gelaufen, sondern das 1000 Meter lange Seil von einer motorbetriebenen Rolle eingezogen wird. „Wir haben damals einen getunten Automotor höherer Leistung verwendet und den rückwärts auf ein LKW-Fahrgestell montiert. Das ist ein Opel-Diplomat Achtzylinder mit immerhin 340 PS!“

Erlebnisreich für alle Teilnehmer, unfallfrei und harmonisch ging das Fluglager am Sonntag zu Ende. Wer einmal selber seine Heimat von oben betrachten und das Segelfliegen erleben will, hat dazu immer an Wochenden die Möglichkeit: Das geht ab 11 Uhr ohne Reservierung, man fragt am Platz einfach nach einem Fluglehrer, oder meldet sich auf den Turm an. 

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