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Ein Verein für verbotenes Fliegen

Eine Vision hatten sie vor Augen, unsere mutigen "Vorfahren" vor viereinhalb Jahrzehnten, als sie sich zur Gründung eines Luftsportclubs zusammenfanden, obwohl die Siegermächte den Deutschen das Fliegen nachdrücklich untersagt hatten. Sechs Jahre waren seit dem totalen Zusammenbruch bereits vergangen. Wie viele weitere Jahre würde es wohl noch dauern, bevor die bundesrepublikanischen Piloten wieder am Knüppel würden rühren dürfen? Gottseidank erhielt Bonn in der ersten Hälfte der fünfziger Jahre die Lufthoheit zurück.

Allen Widrigkeiten zum Trotz fand sich im Frühjahr 1951 im Bad Homburger Hotel Taunus eine Gruppe meist junger Leute zusammen, um sich über die Möglichkeiten zu unterhalten, ob und wie man wieder Luftsport betreiben könne. Dies in einer Zeit, in der viele Menschen in unserem Lande gerade eben ihre nötigsten Bedürfnisse erfüllen konnten. Es war erst zwei Jahre her, seitdem die Rationierung der Lebensmittel aufgehoben worden war - und ein Gesetz des Alliierten Kontrollrats untersagte immer noch die Ausübung des Luftsports in Deutschland.

Dennoch: Nach einer informativen Zusammenkunft im April trafen sich 33 Gleichgesinnte am 23. Mai 1951 am gleichen Ort und gründeten den „Luftsportclub Bad Homburg v.d.H." Initiatoren waren die beiden in Homburg wohnenden Wilhelm Riehl und Heinrich Engländer. Ersterer war Segelfluglehrer mit Motorflugschein und Schleppberechtigung. Seine fliegerische Laufbahn hatte er vor dem Krieg in der "Flugsportgruppe Bad Homburg" begonnen, die auf den Braumannswiesen am Taunus flog. Auch andere Gründungsmitglieder verfügten über einschlägige Erfahrungen: Vier hatten bereits die „Silber-C" und mehrere die C- Prüfung. Es gab aber auch junge Leute, die fliegerisch noch "unbelastet" waren. In den ersten Vorstand wählte man: Walter Franke (1. Vorsitzender), Wilhelm Riehl (2.Vorsitzender), Heinrich Engländer (Schriftführer), Gerhard Sadtler (Kassierer) und Josef Prangenberg (Sportreferent).

Die Gründung war damit glücklich geschafft, doch dauerte es noch geraume Zeit, bis die vereinten Flieger auch ein Flugzeug hatten - und damit starten durften. Doch das ist bereits die nächste Geschichte.

(Gerd Heinecke)

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