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Die Zähigkeit unserer Altvorderen war nicht nur damals, sondern ist besonders heute, in der Rückschau, zu bewundern, wo allzu Viele allzu früh die Flinte ins Korn werfen. Schwierigkeiten wurden seinerzeit beherzt angegangen - und Misserfolge stachelten nur zu vermehrten Kraftanstrengungen an. Egelsbach, der Dombach, die Stierstätter Heide oder Merzhausen wurden - wie bereits beschrieben - erfolglos angesteuert.

Doch auch danach ging das Wandern zu fremden Plätzen ungebrochen weiter. Die Stationen waren u.a. erneut Egelsbach, Limburg und Ockstadt. Große Anstrengungen wurden um das Gelände „Am Hirschsprung" gemacht. Es liegt in der Gemarkung Ohereschbach zwischen Autobahnzubringer und dem Ortsteil Obereschbach. Bereits im September 1954 wurde vom Sachverständigen des Regierungspräsidenten in Wiesbaden ein Gutachten erstellt und das Gelände „nach Erfüllung der vorgesehenen Auflagen einwandfrei" beurteilt. Das Projekt scheiterte aber am Widerstand der Bauern als Grundstückseigentümer und an dem der Behörden. Deren Hauptargument war die Lärmbelästigung des Kurbetriebs und das Gegenargument, der geplante Flugplatz liege 1,5 km Luftlinie vom Kurviertel entfernt und dazu noch auf der anderen Seite der Stadt, konnte die Herren nicht überzeugen.

Ein anderes Gelände,welches wenigstens praktisch erprobt werden konnte, waren die Tiefenbachwiesen im Ortsteil Kirdorf. Die erste Beurteilung des Geländes durch den damaligen Sachverständigen für Segelflug und -gelände, Walter Carthaus, stammte schon vom 8.November 1953. Es wurde mit einer Größe von 950 x 100m beschrieben, geeignet für Segelflugbetrieb mit Winde, jedoch nur für LSchein-Inhaber. Schulflüge auf Doppelsitzern mit Lehrer sind durchführbar. Von Alleinflügen der Schüler ist abzuraten. Es kam aber zu dieser Zeit noch nicht zu einer praktischen Erprobung.

Erst 1956 - dann schon auf Antrag von H. Zitter - wurde von W.Carthaus eine fast gleichlautende Beurteilung abgegeben. Geflogen wurde auf den Tiefenbachwiesen am 1. und 2. April 1956 (Ostern),und zwar mit der geliehenen Winde des benachbarten Artur-Martens-Club. Es wurden 64 Starts gemacht. Carthaus hat das Gelände persönlich erprobt und dann, am 5. April 1956, eine günstigere Beurteilung geschrieben. Hierbei empfahl er den uneingeschränkten Segelflug-Schulbetrieb und zwar auch einschließlich der Alleinflüge von Schülern. Die Startbahn hatte die Richtung 13/31, war nicht sehr eben, hatte aber eine Längsneigung von unter 1%. Die Winde stand in der Nähe des heutigen Sportzentrums. Eine endgültige Zulassung konnte freilich nicht erreicht werden, denn das Gelände war Bauerwartungsland, kam auch in den Bebauungsplan und wurde später zur Hälfte bebaut. Wir sind damit aber noch lange nicht im Erlenbachtal. Doch das ist wiederum eine andere Geschichte.

(Gerd Heinecke)

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