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Wie unser Flugplatz Gestalt annahm

Mühselig war der Weg des ISC/AMC von den ersten, zaghaften Anfängen bis hin zum heutigen, modernen Erscheinungsbild. Vier vorangegangene Beiträge gaben einen ersten Eindruck davon. Gerd Heinecke, unser Chronist, schildert heute, wie er den Platz am Erlenbach fand.

Alle Bemühungen, einen geeigneten Platz in der Nähe von Bad Homburg zu finden, scheiterten. Waren schon die Verhandlungen mit den Eigentümern schwierig, waren es letztlich immer die örtlichen und die Landesbehörden, die es vereitelten. Angesichts der geringen Mobilität in jener Zeit schien ein Platz in unmittelbarer Nähe erstrebenswert. Vierzig Jahre später weiß man es aber besser; denn jeder Platz in der Gemarkung Bad Homburg hätte wegen der Nähe zum Rhein-Main-Flughafen erhebliche Einschränkungen bekommen. So mussten die Flieger auch noch im Sommer 1956 von Platz zu Platz, als geduldete Gäste, wandern und die Möglichkeiten, dorthin zu kommen, waren oft schwierig.

Mir selbst ging es in dieser Zeit nicht besser als den meisten Fliegerkameraden. Die einzigen Transportmittel meiner Familie waren zwei Fahrräder und ein Kinderwagen. Die wenigen privaten PKW, die für eine Fahrt zu den Flugplätzen zur Verfügung standen, waren meistens schnell besetzt. Meine Firma führte oft Montagen im Hintertaunus aus, zu denen ich mit der Taunusbahn fuhr. Dabei habe ich oft den Blick auf die herrliche Landschaft gerichtet und meine Überzeugung wuchs, dass hier ein geeignetes Gelände für einen Flugplatz zu finden sein müsste.

An einem schönen Sonntag habe ich dann meine Familie für einen Wandertag im Taunus erwärmen können. Mit dem Bus ging es zur Saalburg und dann mit Frau und Kind bergab Richtung Usingen. Durch Obernhain, es war damals noch ein winziges Dörfchen ohne jede Neuansiedlung, liefen wir weiter bis über den Erlenbach. Hier traute ich meinen Augen nicht: Vor mir lag ein Wiesengrund, wie ihn sich ein Flieger als Landeplatz kaum besser vorstellen konnte. Meine Familie habe ich dann zu einer frühen Rast aufgefordert; denn mir stellten sich jetzt die Fragen: Wie lang ist das Gelände?
Für einen Windenstart sollten es doch 1.000m sein. Und in welchem Zustand befindet es sich?

Nachdem ich die Strecke zweimal durchschritten hatte, war klar: das wird auf jeden Fall reichen.
Zwei Hindernisse machten mir allerdings etwas Kummer. Einmal verlief am östlichen Ende des Geländes eine Starkstromleitung auf Holzmasten und außerdem zierte das Wiesenstück eine einzelne, breit gewachsene Kiefer. Als ich unserem Vorsitzenden, Hermann Zitter, von meiner Entdeckung erzählte, zeigte er sich zwar interessiert, hatte aber schon ein anderes Gelände in Wehrheim oberhalb des heutigen Schwimmbads ins Auge gefasst.

Sachverständiger für Flugplatzfragen war damals Walter Carthaus. Nach einem Flugtag in Ockstadt holte er H. Zitter und mich dort ab, und wir fuhren zunächst nach Wehrheim. Das Gelände dort stieg relativ stark an, war uneben und durch einige Hecken behindert. Der Kommentar von Carthaus: "Wenn Ihr hier fliegen wollt, müsst Ihr noch viel tun". Dann sind wir nach Obernhain gefahren. Dieses Gelände hatte Zitter noch nicht gesehen. Nach einer kurzen Besichtigung bemerkte Carthaus: Zappel (das war der Spitzname von HZ.), du fliegst nicht in Wehrheim; hier ist das Eldorado der Segelflieger. Damit waren die Würfel gefallen, und nun war es Hermann Zitter, der sich mit enormen Kraftaufwand für die Erschließung des Flugplatzes einsetzte. Es waren erhebliche Schwierigkeiten zu überwinden. Doch das ist eine andere Geschichte.

(Gerd Heinecke)

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