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Anspacher Flieger retten den „Zeppelinstein" - Entbehrungsreich, aber zielstrebig und erfolgsgekrönt ist die Geschichte unseres Vereins verlaufen. Chronist Gerd Heinecke hat sie uns in bisher acht Folgen anschaulich vor Augen geführt. Im folgenden, neunten Kapitel schildert er die erfreuliche Situation nach zehn Jahren des Bestehens und gibt ein Beispiel des Gemeinsinns zum Besten: Die Rettung des „Zeppelinsteins".

1961 war für den LSC Bad Homburg ein herausragendes Jahr. Äußerer Anlass war sein zehnjähriges Bestehen. Doch kann man rückblickend feststellen, dass unser Verein mit einer Segelfluggruppe, einer Motorfluggruppe, beides mit dem jeweils erforderlichen Fluggerät, einem eigenen Flugplatz und einer Halle mehr erreicht hatte, als jeder andere Verein in Hessen. Die Zahl der Mitglieder war weiter gestiegen und damit auch das Beitrags- und Spendenaufkommen. Der Anteil der Mitglieder unter 25 Jahren lag bei 40%. Das beeindruckte die Öffentlichkeit und natürlich auch die Behörden.

Die nächsten Jahre waren Perioden starker, fliegerischer Aktivität bei allen Gruppen des Vereins. Die alte Piper wurde verkauft und dafür eine stärkere Maschine vom Typ Challenger angeschafft.
Das war nicht nur für die Ausbildung der Motorflieger wichtig, sondern die Maschine war stark genug, um auch zweisitzige Segelflieger sicher an den Himmel zu schleppen.

Daneben wurden in den sechziger Jahren auch die Platz- und Hallenverhältnisse wesentlich verbessert. Manche Maßnahme hat sich dabei freilich als Notlösung erwiesen, so dass die Arbeiten später in anderer Form wiederholt werden mussten. So hat sich ein zunächst installiertes Notstromaggregat für die Energieversorgung nicht bewährt und auch ein erster, gegrabener, wie auch ein zweiter gebohrter Brunnen mit Elektropumpe haben die Erwartungen nicht erfüllt. Bald war auch die Flugzeughalle zu klein und musste erweitert werden.

Aber auch von außen kamen Schwierigkeiten, die gemeistert werden mussten. Die allgemeine Luftfahrt erlebte nämlich einen großen Aufschwung; mit ihr wuchs der Rhein-Main-Flughafen. Daraus erwuchsen Restriktionen für die Sportfliegerei. Für das Erlenbachtal bestand eine Zeit lang eine Höhenbeschränkung auf 300m über dem Platz. Das war natürlich für unseren Flugbetrieb unerträglich, zumal jetzt die Motorschleppstarts mit der neuen Challenger eine immer größere Rolle spielten.

Im gleichen Jahr (1961) nahm eine Mannschaft des LSC mit der Challenger am Deutschlandflug teil und belegte bei 154 Teilnehmern einen beachtlichen 28. Platz. Für die Segelfluggruppe konnte eine weitere K8 angeschafft werden und als großzügige Spende der Firma PIV in Bad Homburg bekamen wir ein doppelsitziges Segelflugzeug vom Typ K7. Die Flugzeuge wurden im Kurhausgarten von Bad Homburg getauft: Die K8 von Oberbürgermeister Horn und die K7 vom technischen Direktor der Fa. PIV, Herrn Dr. Klaus Bredschneider.

Getauft wurde nicht mit Sekt, sondern selbstverständlich mit Bad Homburger Brunnenwasser. Die Beteiligung der Homburger Bevölkerung war beachtlich, was für unseren Sport wichtig war und ist. Auch bei einer weiteren Gelegenheit hat sich der Verein der Öffentlichkeit in gute Erinnerung gebracht. Hier die Vorgeschichte: 1910 hatte in unmittelbarer Nähe von Bad Homburg „auf allerhöchsten Befehl" die erste und wohl einzige Luftschiffsparade der Welt stattgefunden. Drei technisch sehr unterschiedliche deutsche Luftschiffe waren nach Bad Homburg befohlen worden und paradierten vor Kaiser Wilhelm II., seiner Familie und der Generalität. Aus diesem Anlass hatte man seinerzeit einen Gedenkstein errichtet. Im Laufe der Zeit war aber der Stein und seine Umgebung völlig verwahrlost. Die Mitglieder des LSC machten sich 1961 deshalb an die Arbeit und brachten den Stein und sein Umfeld wieder in einen würdigen Zustand. Der „Zeppelinstein" wurde dann in die Obhut der Stadt gegeben. Dies ist jedoch nicht die letzte Episode des guten Verhältnisses mit Bad Homburg; daneben konnte der LSC auch später mit beachtlichen fliegerischen Aktivitäten aufwarten. Doch das wäre schon wieder die nächste Geschichte.

(Gerd Heinecke)

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