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Wie kein anderer hat unser Gerd Heinecke die Geschicke des LSC/AMC miterlebt und, Gott sei dank, aufgeschrieben. In bisher sieben Folgen ließ er den harten Anfang in Wort und Bild an uns vorüberziehen. In dieser achten Folge schildert er die Anfänge unseres Motorflugs.

Um es vorwegzunehmen: Der LSC war einer der ersten Vereine Hessens, die eine Ausbildungsgenehmigung für den Motorflug bekamen. Mit Hermann Zitter und Rudi Weiß standen auch zwei Fluglehrer zur Verfügung. Hierbei ist besonders die Ausbildung von zwei Kriegsversehrten zu erwähnen, beide rechtsarmig amputiert. Es waren Karl Maurer, ein erfahrener Pilot, der seinen Schein erneuerte und Wolf Fischer-Jene, ein Anfänger.

Freilich, die Piper J3C war schon etwas betagt und bereits nach einigen Monaten stand eine Grundüberholung an. Selbstverständlich wurde auch diese von den Vereinsmitgliedern erledigt. Inzwischen hatte der Verein eine neue Werkstatt in einem Gewölbekeller des Bad Homburger Schlosses gefunden. Karl Maurer hatte diesen Raum entdeckt und auch die Erlaubnis für seine Nutzung besorgt.

In der Kriegszeit war der Keller von einer Frankfurter Firma als Lager für Edelstähle genutzt worden. Es war ein riesiges schwarzes Loch ohne Licht und Heizung, und so war auch hier wieder die praktische Eigenhilfe der Mitglieder gefordert. In wenigen Wochen entstand ein heller sauberer Werkstattraum, und auch eine alte Elektroheizung konnte überholt und in Betrieb genommen werden. Einen bleibenden Nachteil hatte der Raum allerdings: Der Zugang führte über eine kurze Böschung zu einer relativ schmalen Tür. Die Rümpfe der Segelflugzeuge konnten gerade noch mit äußerster Vorsicht hineingehoben werden. Für die Arbeiten an der Motormaschine war der Zugang indessen zu klein. So wurden die Arbeiten in einer großen Garage im städtischen Altersheim vorgenommen.

Nachdem die Piper überholt und wieder flugklar war, erhob sich die Frage: Wo fliegen (der Erlenbach war noch weit ...)? Schließlich wurde in der Gemarkung Seulberg eine Wiese entdeckt, die für Start und Landungen kleiner Motorflugzeuge geeignet schien. Nach einigen erfolgreichen Probestarts entwickelte sich dort ein reger Flugbetrieb. Eine Unterstellmöglichkeit fehlte freilich auch hier, und so musste die Piper vor und nach jedem Flugtag mehrere hundert Meter über Feldwege zu einem Abstellplatz gerollt werden. Da stand die Maschine zwar auch im Freien, d.h. in einer provisorischen Umzäunung, aber durch die Nähe des Bahnhofs Friedrichsdorf gab es hier viel Publikumsverkehr. Das zog Neugierige an und entsprechend viele Gäste kamen zum Fliegen.

Für die Ausbildung war der Platz nicht zugelassen. So waren es vorwiegend Gastflüge, die in Seulberg stattfanden. Geflogen wurde dort von Februar bis Oktober 1956. Im Frühjahr 1957 haben die Eigentümer der Wiesen ihre Grundstücke umgepflügt und damit die Flieger vertrieben. So war es gut, dass inzwischen das Gelände im Erlengrund Anspach zur Verfügung stand, wo der LSC endgültig seine Heimat gefunden hatte. Zu dieser Zeit gab es auf dem Platz noch keine
Unterstellmöglichkeit, und so wurde die Piper abends am Lindenhof in eine Koppel geflogen und stand auch da wieder im Freien.

Endlich, im Frühjahr 1959, war die Halle so weit, dass man ein Flugzeug unterstellen konnte. Damit waren auch die Motorflieger dem Aufbau eines vereinsinternen Schulbetriebs näher gekommen. Dazu war allerdings die Anschaffung einer zweiten Motormaschine dringend nötig. Deshalb wurde im April 1959 eine Champion 7Fc gekauft. Sie bekam das Kennzeichen D-ENID. Damit waren die wichtigsten technischen Voraussetzungen für den Schulbetrieb für Motorpiloten geschaffen.
Bald bekam der LSC dann auch für den Flugplatz Anspach die Ausbildungsgenehmigung für den Motorflug. Damit hatte freilich die Entwicklung des Motorflugs erst ihren Anfang genommen, doch damit beginnt eine neue Geschichte. (Gerd Heinecke)

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